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Wie mache ich einem Angsthund Mut?
Embarassed Dog on Bed

Ein Angsthund braucht großes Vertrauen in seinen Besitzer, um sich entwickeln zu können. Bis dieses Vertrauen geschaffen ist, sind verlässliche Regeln und Rituale hilfreich. Auf dieser Basis kann der Angsthund erst Schritt für Schritt mutiger werden… so sieht es der erfahrene Hundetrainer Stefan Kaspar von Royal Steps. Hier erklärt er, worauf es ankommt.

Welche Voraussetzungen soll ein Besitzer eines ängstlichen Hundes mitbringen?

Die neuen Hundeeltern benötigen ganz viel Geduld, optimalerweise auch Sachverstand. Sie müssen bereit sein, viel Zeit zu investieren und sehr kleinschrittig zu arbeiten. Zu erkennen, wann der Hund gefördert werden soll und wann Überforderung kurz bevorsteht, ist überaus wichtig für die stete Entwicklung.

Das Thema Angsthund gewinnt immer mehr an Beachtung. Kann es sein, dass die Zahl der Angsthunde gestiegen ist?

Ja, ganz eindeutig! Hunde müssen oft in unser Leben passen, ohne dass deren Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Viele unserer Umweltfaktoren müssen vom Hund erlernt werden – dazu müssen wir wissen, wie wir das sanft und nachhaltig leisten können. Noch dazu werden nicht oder schlecht sozialisierte Hunde in Familien aufgenommen. Der Hilfsgedanke steht da oft im Vordergrund. Die Arbeit mit solchen Tieren im Alltag wird da unterschätzt und die Ängste beim Hund werden meist noch stärker.

Woran kann es liegen, dass sich ein Hund zum Angsthund entwickelt?

Sofern ein Welpe bei einem Züchter groß wird, hat er dort acht bis zehn Wochen Zeit die Grundlagen des Zusammenlebens mit Mensch und Tier zu lernen. Diese Sozialisation muss vom neuen Besitzer fortgeführt werden. Unterlässt er das, können sich Ängste neu entwickeln. Ebenso in der Habituation. Sobald der Züchter den Welpen abgibt, muss sich ein weiteres Training zur Gewöhnung an Umwelteinflüsse anschließen. Wir sprechen hier von einem Züchter, der seine Kleinen professionell für die Abgabe vorbereitet. Allerdings gibt es auch noch genug (meist Vermehrer), die ihre Welpen nicht korrekt vorbereiten. Hier ist der Angsthund vorprogrammiert.

Immer häufiger sind Angsthunde aus dem Auslands-Tierschutz zu sehen. Wieso spielt Angst so eine große Rolle bei denen?

Hunde aus dem Auslandstierschutz sind selten Hunde, die in einer Familie großgezogen wurden und von dort vermittelt werden. Meist haben sie nur Zwinger und das Tierheim kennengelernt. Eventuell wurden sie auf der Straße eingefangen oder, wie oft in Spanien, von ihren alten Besitzern ausgemustert, da sie für ihre Zwecke (zum Beispiel die Jagd) nicht mehr geeignet sind. Hier werden sie meist vor dem Tod gerettet. All diese Hunde sind nicht im Welpenalter durch Menschenhand sozialisiert. Sie sind nicht an unsere Anforderungen und oft auch nicht an unsere Umwelt gewöhnt (Straßenverkehr, dichte Bebauung, das Laufen an der Leine). Das macht den Hunden, die oft sowieso schon mit negativen Erfahrungen nach Deutschland kommen, noch mehr Angst.

Was kann ich tun, um meinen ängstlichen Schützling nicht zu überfordern?

Ganz viel Geduld und Einfühlungsvermögen ist wichtig. Den neuen Schützling nicht gleich überall mit hinschleppen und auch nicht jeden zu sich einladen. Den Hund erst mal in seinem zu Hause ankommen lassen. Erst nach und nach den Radius erweitern, den der Hund kennen lernen kann. Er soll sich in seinem Terrain sicher fühlen und aus dieser Sicherheit heraus Neues ganz kleinschrittig erkunden.

Wie biete ich meinem Hund eine sichere Umgebung?

Eine sichere Umgebung bedeutet in erster Linie eine ausbruchsichere Umgebung. Hunde sind in ihrer Angst sehr erfinderisch, worauf hier ganz akribisch geachtet werden soll. Immer die Türen zu, im Garten nur mit korrekter Leine und Geschirr, kein unbedachtes Verlassen des Hauses, ohne sich rückzuversichern, dass der Hund nicht ausbrechen kann. Kinderschutzgitter sind hier keine Sicherheit!

Was kann ich tun, um ihn in den Alltag zu integrieren? Besser allem und jedem aus dem Weg gehen oder Augen zu und durch?

Weder das Eine noch das Andere. Hunde haben ihre eigene Lerngeschwindigkeit. Der sollte ich mich anpassen. Jeden Erfolg unterstützen und wiederholen. Ganz bewusst die Situationen sehr kleinschrittig üben, also Trainingssituationen herstellen. Allem aus dem Weg gehen würde bedeuten, dass mein Hund sich nicht entwickeln kann und immer ängstlich bleiben wird. Augen zu und durch wäre zu viel Zwang und nicht der Entwicklung des Hundes angepasst. Das kann oft das Gegenteil bewirken und vor allem Vertrauen zerstören.

Unser Experte

Stefan Kaspar
Inhaber Hundeschule RoyalSteps

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