Verantwortung für den Hund tragen: Mal schön, mal schwer

Dieser Tage habe ich unsere Indigo mal wieder richtig betüddelt. Warum? Seit einer Operation am Auge tränt es bei der Armen leider immer öfter und ich denke, wir kommen leider vermutlich um eine weitere OP nicht herum. Das beschäftigt mich täglich, denn ich will meiner Hündin nicht noch mehr Belastungen zumuten, aber gleichzeitig will ich ihr helfen und dieser Widerspruch geht mir richtig ans Herz. Denn!!! Meine Hunde sind meine Kinder, eben nur mit Fell und trotzdem oder gerade deshalb will ich immer alles richtig machen. Denn diese Fellkinder haben ein Defizit: Sie werden im Gegensatz zu Menschenkindern nie selbstständig.

Darüber muss sich einfach jeder Hundehalter im Klaren sein: Wir tragen Sorge für unsere Hunde und das für ihre gesamte Lebensspanne. Mit dem Tag des Einzuges haben wir die Verantwortung für unsere Fellkinder mit allen Konsequenzen übernommen. Das bedeutet, nicht nur in guten,  sondern auch  in schlechten Tagen.  Konkret heißt das 24 Stunden am Stück müssen wir uns um ihr Wohl kümmern und das ein Leben lang. Auch meine beiden, so groß sie auch sind, werden nie in der Lage sein, sich selbst ihr Futter aus dem Kühlschrank zu holen oder wenn es ihnen nicht gut geht, einen Arzt aufzusuchen. All das muss ich für sie erledigen. Ich wache darüber, dass sie genug zu fressen haben und achte darauf, dass sie täglich ausreichend an der frischen Luft sind. Ich regle ihre Hundekontakte, ich bewahre sie vor aufdringlichen Streichelmanövern mancher wenig sensiblen Zeitgenossen und ich kläre ihre Konflikte.

Ich muss zugeben, meistens macht es mir Spaß für meine Fellkinder zu sorgen. Doch manchmal fällt es mir schwer diese Verantwortung zu tragen. Dann zweifle ich an mir. Das kann mit dem Futter zusammenhängen oder wenn ich mal wenig Zeit habe, ob ich sie auch nicht vernachlässige. Ganz schwer ist es, wenn sie krank sind. Dann kommt zur Sorge auch noch Angst dazu. Angst, ob ich ihre Beschwerden richtig erkannt habe und sie dadurch beim Tierarzt die bestmögliche Versorgung erhalten. Angst, dass es schlimmer wird und die Diagnose möglicherweise nicht die richtige war. Das raubt mir dann oft sogar den Schlaf. Ich stehe mitten in der Nacht auf und schaue, wie es ihnen geht. Das sind immer die Zeiten, in denen ich mit allen Müttern dieser Welt ganz arg mitfühle.

Glücklicherweise vergehen solche Tage meist schnell und man vergisst diese schweren Stunden, die einen belasten. Und dann freut man sich umso mehr über die vielen glücklichen Momente, die wir nur durch unsere Vierbeiner erleben können. Ich nenne nur das Beispiel nach Hause kommen. Wer bitte schön kann sich noch so freuen wie ein Hund, nur weil Frauchen oder Herrchen nach einer Abwesenheit die Tür hereinkommt. Da fällt doch alle Last der Verantwortung ganz schnell ab und macht der tiefen Liebe zu seinem Fellkind Platz.

Ihre Swenja Knüttel

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