Urlaub mit Hund – Vierbeiner im “Gepäck”
Hund am Strand

Nicht ohne meinen Hund! Sommerzeit ist bekanntlich Urlaubszeit. Jetzt wird die Reiseroute festgelegt und die Koffer gepackt. Eines darf bei Hundehaltern im Gepäck auf keinen Fall fehlen: das haarige Familienmitglied. Ein Urlaub ohne seinen vierbeinigen Freund ist für die besten Frauchen und Herrchen einfach nicht denkbar. Schon der Gedanke, die geliebte Fellnase in eine Pension zu geben, löst wahre Alpträume aus.

Einmal Urlaub ohne Hund?

Und doch haben viele Hundefreunde bestimmt schon den einen oder anderen Versuch gestartet, die schönste Zeit des Jahres, ohne ihren Hund zu verbringen. Ich genau einmal. Ich erinnere mich wie gestern daran. April 2006. Ich hatte meinem Mann zu einem runden Geburtstag einen Städteurlaub in Prag geschenkt.

Da konnte unsere Sina nicht mit. Nun ja, drei Tage ohne sie würde ich doch sicher aushalten. Mutter und Neffe zogen für diese Tage zu uns und Sina konnte so diese Zeit ohne uns bestens betreut im gewohnten Umfeld verbringen. Ich wollte diesen Kurztrip in vollen Zügen genießen, ausschlafen… schlendern, statt Gassi gehen, Sightseeing in der Goldenen Stadt statt Matschwandern durchs heimische Gestrüpp.

Die Vorfreude verflog

Die Vorfreude stieg und stieg… genau bis zum Koffer packen. Da kam schon die erste Wehmut auf. Was konnte mir Prag schon bieten, was das Kuscheln mit Sina übertreffen sollte? Ich, die vollmundig von ein paar Tagen ohne Hund geschwärmt hatte, wurde immer stiller. Die Lust auf die Reise verging mir, je näher der Städtetrip rückte, immer mehr.

Aber jetzt musste ich in den sauren Apfel beißen. Der Abschied kam, meiner Mutter bluteten garantiert die Ohren, denn die Liste der Anmerkungen und Anweisungen, was sie unbedingt beachten sollte, wurde immer länger und länger. Eigentlich hätte ich beruhigt von dannen fliegen können. Doch im Flugzeug fiel mir siedend heiß ein, was ich hätte noch alles sagen können. Ich wurde immer unruhiger, mein Mann immer schlechter gelaunt. So hatte er sich die Entspannung / Verspannung ohne Hund sicher nicht vorgestellt.

Telefonkontrolle – ist Zuhause alles in Ordnung?

Ich riss mich am Riemen, wollte ihm ja seine Geburtstagsüberraschung nicht madig machen und hielt es genau drei Stunden aus, dann folgte der erste Heimanruf.  Alles in Ordnung. Ich atmete auf – und rief sicherheitshalber vorm Schlafen gehen noch mal an: Hat Sina gefressen? Geht es ihr gut? Schläft sie schon? Meine Mutter rollte sicher mit den Augen, aber wie gute Mütter nun einmal sind, gab sie mir das Gefühl, meine Sorgen ernst zu nehmen.

Richtige Erholung nur mit Hund im “Gepäck”

Beruhigt schlummerte ich ein, morgen konnte ich ja ausschlafen, kein Gassi, kein Zeitdruck, herrlich. Genau bis 6.30 Uhr war es herrlich, dann saß ich senkrecht im Bett, glockenhellwach. Ob es Sina gut ging? Ob sie ruhig geschlafen hatte? Ob… um 7.05 Uhr hielt ich es nicht mehr aus. Der erste Heimanruf folgte.

Bevor ich Sie jetzt mit einer genauen Abfolge meiner zahlreichen Anrufe nach Hause langweile, fasse ich mich kurz: Prag ist eine wirklich schöne Stadt, das Hotel war spitze und das Wetter super – aber ohne unsere Sina war das alles nebensächlich und ich todunglücklich. Auf dem Heimflug sagte mein Mann: „Das war unsere erste und letzte Reise ohne Hund!“ Und dabei ist es geblieben. Unsere Vierbeiner sind jetzt immer dabei und nur so kann ich mich richtig erholen!

Ihre Swenja Knüttel

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