Sinnvolle Beschäftigung in der dunklen Jahreszeit: Hundetrainerin Isabella Jesberger rät zum Medical Training

MEDICAL TRAINING: Reduziert den Stress beim Tierarzt

„Zurzeit kann man gut mit seinen Tieren joggen oder wandern gehen. Das ist vom Wetter und vor allem von der Verfassung der Hunde abhängig. Aber im Gegensatz zum Sommer leiden dann die Vierbeiner nicht unter der Hitze oder verbrennen sich die Pfoten auf heißem Asphalt. Ich jedoch setze mehr auf Medical Training“, betont die Hundetrainerin und betont: „damit lernen die Hunde sehr gut im Alltag mit Situationen umzugehen, die sie normalerweise stressen.“ Als Beispiel nennt die Hundeliebhaberin den Besuch beim Tierarzt. Zahlreiche Hunde reagieren dort mit Stress-Symptomen wie Zittern oder werden gar aggressiv, wenn sie ein fremder Mensch anfasst und sie untersuchen will.

„Genau dort setzt das Medical Training an. Durch regelmäßiges Üben in vertrauter Umgebung und positiver Verstärkung sind die Hunde für einen Besuch schon viel besser vorbereitet und gehen mit der Situation viel gelassener um“, so Jesberger. Auf dem Trainingsplan für zuhause kann so unter anderem das Anfassen an verschiedenen Körperregionen stehen. „Gerade an den Pfoten sind viele Vierbeiner empfindlich. Wenn jetzt nach einer Granne oder sonstigem geschaut werden muss, ist es gut, wenn die Tiere das Gefühl kennen, an den Pfoten angefasst zu werden“, erklärt die Mehrhundebesitzerin. Auch in die Ohren schauen oder das Gebiss zu kontrollieren, gehört auf die To-Do-Liste. Auch die Einnahme von Tabletten hat Isabella Jesberger ausgiebig geübt. „Das ist gut so, denn im Alter kommt es oft zu Arthrose oder anderen Gelenkschmerzen, dann ist jeder Hundebesitzer froh, wenn sein Tier Tabletten ohne Probleme einnimmt“, sagt die Hundetrainerin.

Sie empfiehlt das Training bereits beim Welpen zu beginnen. „So lernen schon die Jüngsten, Tierarztbesuche entspannt zu meistern. Das Gleiche kann natürlich auch bei der Körperpflege praktiziert werden. Wenn man in ruhiger Umgebung und mit viel Lob und der einen oder anderen leckeren Belohnung bürsten, kämmen oder gar baden übt, hat man es später viel leichter, wenn der Hund erwachsen ist“, erklärt die Ludwigshafenerin. Eine weitere gute Beschäftigung in der dunklen Jahreszeit sind Suchspiele. Diese können auch zuhause durchgeführt werden. Duftspuren legen ist beispielsweise zuhause gut machbar, aber auch Leckerlis unter Gegenständen oder Möbeln verstecken, fordert die Hunde. „Toll ist es auch, wenn man ein Überraschungspaket für seinen Vierbeiner schnürt und es ihn auspacken lässt. Damit können sich die Tiere ausgiebig beschäftigen und es ist auch noch eine riesige Freude ihnen dabei zuzusehen“, berichtet die Expertin. Wichtig beim Indoor-Training ist, dass Mensch und Hund Spaß an diesen Aktivitäten haben und die Hunde nicht überlastet werden. „Deshalb sollten die Übungen in kleinen Schritten und zu Beginn in kurzen Trainingseinheiten durchgeführt werden, die sich dann langsam steigern. Sonst wird das Tier überfordert“, warnt Jesberger.

Wer dann doch lieber draußen seinen Hund auslasten will, sollte darauf achten, dass es nicht zu kalt ist. „Auch wenn Hunde Fell haben, wenn sie aufgeregt sind, atmen sie mehr und zu viel kalte Luft ist auch bei Tieren nicht gut für die Atemwege. Bei Schnee sollte man ganz auf Suchspiele verzichten, es ist nicht gut, wenn der Hund über einen längeren Zeitraum im kalten Schnee herumschnüffelt“, erklärt die Hundetrainerin abschließend. Swenja Knüttel 

Der Winter naht, die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken – dadurch wird es auch für Hundehalter schwieriger, ihre Vierbeiner sinnvoll auszulasten. Auch Hundetrainerin Isabella Jesberger kennt diese Problematik. Die Ludwigshafenerin hat einige Ideen gesammelt, wie man Hunde im Winter beschäftigt und davon sogar lange noch profitieren kann.

Unsere Expertin: Isabella Jesberger

Isabella Jesberger ist unter anderem Tellington-Touch-Coach. Die geprüfte Hundetrainerin lebt mit ihrem Mann und ihren Hunden in Ludwigshafen und besucht regelmäßig Workshops und Weiterbildungsmaßnahmen.


Weitere Hunde-Experten finden Sie in unserer interaktiven Karte Pfotenprofis.

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