Schicksal Moi- Vom Streuner zum Familienhund
Small puppies of stray dogs

Ohren hoch – Moi im Glück!

Ein Blick auf die Ohren und es wird jedem klar, hier hat sich was Gravierendes verändert. Mischling Moi ist in seinem persönlichen Glück angekommen und zeigt das für alle sichtbar durch seine Körperhaltung. Wer Bilder von einst und heute vergleicht, dem fällt gleich auf: Der süße Mischling spitzt jetzt vorwitzig seine Ohren und lässt sie nicht mehr deprimiert hängen. Frauchen Anette Bernhardt schluckt immer noch bewegt. Es nimmt sie sichtlich mit, sich an die Anfänge ihrer Liebe zu Moi zu erinnern.

Der schwere Start von Moi

„Moi wurde schwer verletzt in Andalusien aufgefunden. Er hatte eine schwere Pfoten Verletzung und war sehr abgemagert. Der arme Kerle verbrachte  ein paar Tage im Tierheim und wurde anschließend, aufgrund seines Zustandes, in der Tierklinik behandelt. Dort bekam Moi Infusionen angehängt und wurde langsam aufgepäppelt. Nach seinen Klinikaufenthalt kam er auf eine Pflegestelle in Spanien bis er zu mir ausreisen durfte”, erinnert sich Anette Bernhardt, bei der der kleine Mischling jetzt lebt. Apropos Mischling – laut einem Rassemix-Zertifikat, das Frauchen Anette dazu bekam, hat der kleine Spanier eine illustre Mixtur in sich vereint: Chihuahua, Dachshund und Yorkshire Terrier sollen in dem süßen Andalusier schlummern. „Ich musste herzhaft lachen, als uns das Ergebnis des DNA-Testes erreichte“, schmunzelt die Ludwigshafenerin heute noch.

Moi ist nicht wie andere Hunde

Im April 2013 fungierte sie noch als Pflegestelle und nahm den 2012 geborenen Mischling bei sich auf, um ihm einen guten Start in Deutschland zu ermöglichen. Dass das für den süßen Rüden Endstation bedeutete, hatte damals niemand auf dem Plan. „Als Moi ankam, verschwand er gleich im Keller. Er war ängstlich und hatte mit Menschen gar nichts im Sinn“, erinnert sich Anette Bernhardt. Eine völlig neue Erfahrung für die Tierliebhaberin. Alles, was sie bisher über Hunde gelernt hatte, musste sie bei Moi ad acta legen. Der junge Rüde taute nur beim Gassi gehen und im Kontakt mit Artgenossen auf. Menschen dagegen waren ihm suspekt. Im Haus zog er sich immer zurück. Mit Handfütterung, viel Geduld und Liebe eroberte die Blondine langsam das Vertrauen des süßen Mix- Rüdens. „Ich lernte durch Moi sehr viel. Das Bewusste im Moment leben und seine Körpersprache zu lesen. Da ich ihn oft mit auf die Arbeit nehmen musste, haben wir nach und nach immer mehr Vertrauen zu einander gefasst. Von Vorteil war auch, dass er sich viel an unseren beiden anderen Hunden orientierte. Das brachte ihn uns näher“, erklärt die Hundebesitzerin.

Das lange Training zahlt sich aus

Gemeinsam haben Anette und Moi auf dem Hundeplatz trainiert, viele Stunden mit der Schleppleine ausgiebige Spaziergänge gemacht und ihn auf eingezäunten Flächen frei rennen lassen. Das alles hat sich bewährt. „Moi hat unser Leben verändert. Ich wusste auch schon bald, dass wir ihn nicht mehr hergeben würden. Das hätte der sensible Kerl nicht verkraftet“, betont sie und fährt fort: „Das war es dann auch mit der Pflegestelle. Nach Moi haben wir uns entschieden, das war der letzte Pflegehund.“ Inzwischen ist der süße Rüde mit den markanten Riesenohren ein aufgeweckter Hund, der sogar Zoobesuche und Stadtbummel sehr gut verkraftet. Auch gemeinsame Urlaube und Fotoshootings von seinem Frauchen, einer sehr begabten Hobbyfotografin, bewältigt der spanische Schönling bestens.

Ängstlicher Straßenhund wird zu treuem Familienhund

Sogar auf einem Laufsteg konnte die spanische Schönheit schon begeistern und hat dabei alle Schüchternheit verloren. „Moi ist bei einer Modeschau, gemeinsam mit mir über den Laufsteg geschwebt. Publikum, Musik und Ansage hat er super verkraftet. Nie hätte ich gedacht, dass der ängstliche Straßenhund noch ein Laufsteg-Star wird“, freut sich Anette Bernhard und hat es keine Sekunde bereut, wegen Moi zur Pflegestellenversagerin geworden zu sein: „Moi ist immer an meiner Seite und er hört wirklich sehr gut. Ich hätte nie gedacht, dass er so eine treue und liebe Seele wird. Gerne unternimmt er mit uns ausgedehnte Spaziergänge. Besonders toll findet er es, wenn wir neue Wege laufen. Das ist für ihn immer sehr spannend. Natürlich liebt er auch den Hundeplatz und die Hundekumpels, dort arbeiten wir in der Fit und Fun Gruppe”, so Anette Bernhard.

Bildquelle: Anette Bernhardt

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