Mischling oder Rassehund? Jetzt gibt es den “Designerhund”
Flauschiger Maltipoo

Als Hundehalter lernt man nie aus!

Erst letztens wurde ich mal wieder „bekehrt“.  Eine dritte „Rasse“ hat ihren Einzug in das Leben vieler Hundebesitzer gehalten. Hatte man früher entweder einen Mischling oder Rassehund – hat man jetzt den Designerhund. Ich war baff, als ich das erfuhr. Eine junge Dame kam mir mit etwas entzückend Flauschigem, fußhohem entgegen. Cremefarbenes Fell, blinkpink-glitzer Halsband und passende Leine (ein bisschen Klischee muss jetzt mit einfließen). „Oh wie süß, was ist denn das“, fragte ich, so wie das unter Hundehaltern üblich ist. „Das ist ein Maltipoo – ein Designerhund“, flötete mir die Dame entgegen. „Noch nie gehört, was soll das sein“, fragte ich nicht flötend zurück.  „Ein Maltipoo ist eine Mischung aus Malteser und Pudel“, klärte mich die Dame mit etwas irritiert nach oben gezogenen Augenbrauen auf. Wie konnte ich nicht wissen, was ein Maltipoo ist! „Der war teuer, ist gut für Allergiker und wir haben gaaaanz lange auf ihn warten müssen“, informierte mich die Dame ungefragt weiter.

Auch Ur-Rassen für Allergiker geeignet

Unbehagen machte sich in mir breit, als etwas mitleidig ihr Blick meine Indigo streifte, die ob der Aufmerksamkeit freundlich wedelte. Die arme Indi –  ihres Zeichens ein waschechter Komondor aus Ungarn – selten zwar, aber eben  halt „nur“ ein Rassehund. Nix designtes, sondern robuste Ur-Rasse. Aber auch gut geeignet für Allergiker, übrigens wie ein Pudel auch. Genauso wie ein Puli. Die Liste der Rassehunde, die nicht haaren, ist lang. Aber die wurden halt alle nur mit gleichen ihrer Rasse verpaart und nicht kreiert.

Hohe Preise für Designerhunde

Neugierig wie ich bin, hat mich dann auch noch der Preis interessiert – für diesen teuren Designerhund. 2.500 Euro plus Mehrwertsteuer. Oha, auch noch mehrwertsteuerpflichtig! Aber hoffentlich nicht 19 Prozent. Ich wollte der Dame nicht den Tag ruinieren und ihr unterbreiten, dass ihr ach so kostbarer Designerhund schlicht und ergreifend ein Mischling ist, den „Züchter“ (die Bezeichnung Züchter bewusst in Anführungszeichen gesetzt) als gute Einnahmequelle nutzen und ihn zu hohen Preisen verkaufen. Doch noch viel problematischer als der Preis ist, dass häufig Rassen miteinander gekreuzt werden, die von ihren Eigenschaften so gar nicht zusammenpassen. Oder, dass viele sich dieser „Züchter“ die Kosten sparen und die Hunde, die zur Verpaarung verwendet werden, weder auf Gesundheit noch auf Wesen untersucht werden. Das sorgt bei den „Hunde-Designern“ für Mut zur Abwechslung –  immer abstruser werden die Verpaarungen.

Neuste Trends bei der Verpaarung von Rassen

Neuester Trend, der gerade aus den USA zu uns überschwappt, ist die Kreation „Pomksy“. Das ist eine Verpaarung von Pomeranian (Zwergspitz) und Sibirian Husky. Wobei das Muttertier immer ein Husky sein muss, da der Größenunterschied zwischen den Rassen zu groß ist. Die Spitzhündin könnte die Welpen gar nicht auf natürlichem Wege zur Welt bringen. Die Verpaarung erfolgt aufgrund des Größenunterschiedes immer durch eine künstliche Befruchtung. Also, von der bei der natürlichen Verpaarung angestrebten gegenseitigen Sympathiebekundung, keine Spur.  Auch charakterlich treffen oft zwei Welten aufeinander. Bleiben wir einmal beim Beispiel „Pomsky“: Während der Sibirian Husky eine unabhängige, selbstständige und bewegungsfreudige Rasse ist, sucht der Zwergspitz die Nähe zur Familie und ist, auch bedingt durch seine Größe,  bei weitem nicht so lauffreudig wie der Husky. Daher können sich die zukünftigen Besitzer auf ein richtiges Überraschungspaket „freuen“. Ob solche „Neukreationen“ bei der riesigen Vielfalt an anerkannten Rassen überhaupt von Nöten sind, ist eher fraglich. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er diese Entwicklung unterstützt oder nicht. 

Ihre Swenja Knüttel

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