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Leinenrambo: Leinenaggression abtrainieren

Eigentlich ist Sina eine ganz Liebe, doch wehe es kommt ihr an der Leine ein Hund entgegen, dann mutiert die gemütliche Berner Sennen Hündin zur rasenden Bestie. Frauchen Ute hat größte Probleme, ihre 45 Kilogramm schwere Hündin zu halten. Daneben hat die Bürokauffrau das Gefühl, das wird bei jeder Hundebegegnung schlimmer. Frauchen verspannt schon, wenn ein Hund entgegenkommt und Sina fährt immer mehr hoch.

„Das ist ein Teufelskreislauf, der sich mit der Zeit aufbaut und aus dem sich die Betroffenen schwer befreien können“

Nadine Bihn, Inhaberin der Hundeschule „Chico rockt“

Nadine Bihn, erfahrene Hundetrainerin und Gründerin der Mannheimer Hundeschule “Chico rockt”, weiß, wovon sie spricht, denn sie war einst in der gleichen Lage und daraus hat sich ihre Hundeschule entwickelt. „Es ist vielen Hundebesitzern auch peinlich, dass sich das eigene Tier so aufführt. Sie schämen sich für das Verhalten ihres Tieres und sind zunehmend gefrustet“, so die Hundetrainerin.

Wie baut sich so ein Verhalten auf?

„Genau können die Besitzer gar nicht sagen, wann oder weshalb sich ein Vierbeiner zum Leinenrambo entwickelt. Das geschieht meistens schleichend“, sagt die Hundeliebhaberin. Die Fachfrau unterscheidet beim Thema Leinenaggression zwei Gruppen. „Da sind die Hunde, die eigentlich nur ihre Artgenossen begrüßen wollen und durch den entstehenden Frust, weil die Leine sie davon abhält, sich so sehr aufregen, dass sie in die Leine springen und ausflippen. Die andere Gruppe sind Hunde, die Artgenossen nicht mögen und keinen Kontakt mit ihnen, sondern Distanz haben wollen“, sagt die Trainerin.

Ursachen liegen oftmals in der Welpenzeit

Oft fängt es schon in der Welpenzeit an. Der Welpe darf mit entgegenkommenden Hunden spielen und zieht seine Besitzer regelrecht zu jedem Hund. „Doch irgendwann ist der kleine süße Welpe ein großer stürmischer Junghund und darf nicht mehr zu jedem Artgenossen. Das baut Frust auf und aus Frust wird schnell Wut und Zorn. „Eben eine Spirale, aus der schwer herauszukommen ist. Wir bauen unser Training zu Beginn so auf, dass es erst gar nicht zum Frust kommt“, so die Trainerin, die ganz klar solche Methoden wie den Wasserstrahl aus der Spritzpistole, Rappeldosen werfen oder Leinenruck ablehnt. „Das ändert nichts am Verhalten, im Gegenteil, es verstärkt Angst oder Frustration“, sagt die 37-jährige.

Richtige Trainingsmaßnahmen ergreifen

Ihr Zauberwort im Training heißt Distanz. Distanz könne man vergrößern oder verringern und somit als Belohnung einsetzen. „Natürlich arbeiten wir auch mit Futterbelohnungen, aber nur mit Leckerchen kommt man nicht zum Erfolg. Denn nur eine Belohnung, die auch ein Bedürfnis befriedigt, kann ein Verhalten verstärken. Möchte ein Hund keinen Kontakt und verbellt daher andere Hunde, ist eine Distanzvergrößerung der funktionale Verstärker. Wenn ein kontaktfreudiger Hund aus Frust pöbelt, ist die Distanzverringerung und der anschließende Kontakt zum Artgenossen die Belohnung, und somit der positive Verstärker. Aber auch Frust-Pöbler müssen lernen, dass man nicht bei jeder Begegnung Kontakt mit den Artgenossen aufnehmen kann.”

Daher baut die erfahrene Trainerin gemeinsam mit ihren Kunden Alternativverhalten auf. „Wichtig ist hierbei, dass der Hund das Alternativverhalten gerne ausführt und dieses verknüpft wird mit dem entgegenkommenden Hund, sodass der Artgenosse zum Auslöser für das neue Verhalten wird“, sagt die Mannheimerin.

Erfolge lassen nicht lange auf sich warten

Schon ab der zweiten Trainingseinheit forciert Nadine Bihn das Training: „Natürlich nur, wenn es passt, aber in der Regel geht es ganz schnell.“ Länger braucht es das Gelernte zu festigen und in den Alltag zu übertragen, sowie das erwünschte Verhalten zu generalisieren . Dafür gibt die Fachfrau ihren Kunden einen Fahrplan mit. Damit können sie an einer Skala ihre Fortschritte eintragen. „Die Skala geht von minus bis plus zehn. Und bei den meisten Kunden ist die Kurve rasch ansteigend, was natürlich positiv ist und sie zusätzlich motiviert“, sagt die Expertin.

Mehr gegenseitige Rücksichtnahme

Doch der Erfolg ihrer Kunden hängt nicht nur von den Kunden selbst ab. Viele Hundehalter seien rücksichtslos und würden oft zu dicht an anderen Haltern mit ihren Tieren vorbeilaufen oder auch freilaufende Hunde, die nicht zurückgerufen werden und auf den angeleinten Hund treffen, verstärken häufig das Verhalten der Leinenrambos  „Ein Verhalten, das ich absolut nicht verstehe. Wenn mir ein Mensch auf dem Gehweg entgegenkommt, gehe ich doch auch zur Seite und rempele nicht den Entgegenkommenden an. Warum können das Hundehalter oft nicht? Ich wünsche mir da mehr Feingefühl und mehr gegenseitige Rücksichtnahme. Das würde Besitzern von Leinenrambos sehr helfen“, appelliert Nadine Bihn.

Bildquelle: Melanie Mauro/ CalisPictures

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