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Kastration ist kein „Allheilmittel”

Beim Thema Kastration gehen die Meinungen weit auseinander. Hundehalter sind dadurch verunsichert und fragen oft ihre Hundetrainer um Rat. Auch die erfahrene Hundetrainerin Nadine Bihn von „Chico rockt“ wird oft mit diesem Problem konfrontiert. Pfötchen regional hat mit ihr über ihre Erfahrungen und Einschätzungen gesprochen.

Wie häufig wenden sich Kunden mit dem Thema Kastration an Sie?

Das Thema kommt sehr häufig auf uns als Trainer zu. Wir werden hierzu immer wieder nach unserer Meinung und unserer Einschätzung gefragt.

Was sind dabei die häufigsten Anliegen oder Fragen?

Viele Hundehalter sind oft unsicher, da es ja, wie bei vielen Dingen, auch bei diesem Thema sehr viele unterschiedliche Meinungen gibt. Meist wollen sie wissen, ob eine Kastration dazu beiträgt, Probleme und Auffälligkeiten des Hundes zu verringern oder ganz zu beseitigen.

Was wollen die Betroffenen konkret mittels einer Kastration abstellen oder im Verhalten verbessern?

Da gibt es ganz viele Dinge… Das reicht von der allgemeinen Aufregung runterfahren über Ungehorsam, Jagdverhalten, Ressourcenverteidigung und sehr häufig auch Unverträglichkeiten wie beispielsweise Aggression gegenüber den Artgenossen kommen zur Sprache. Manchmal aber auch gesundheitliche Dinge, aber in den meisten Fällen wenden sich Hundehalter bei Problemen des Verhaltens an mich.

Betrifft dies mehr Rüden oder mehr Hündinnen?

Auf jeden Fall Rüden. Da werde ich viel häufiger um Rat gefragt.

Wo ist Kastration angebracht, wo nicht?

Ganz klar da, wo es gesundheitlich notwendig ist.  Ich warne ausdrücklich davor, Kastration als Allheilmittel anzusehen. Das ist fatal.  Was das Verhalten angeht, muss man immer genau schauen, WARUM der Hund das Verhalten zeigt, welche Auslöser es gibt und ob das mit den Hormonen zusammenhängen kann.

Verändert sich das Wesen des betroffenen Hundes nach einer Kastration merklich?

Das ist sehr unterschiedlich. Da habe ich alles schon erlebt: von gar nichts – weder positiv noch negativ, bis hin zu super positiv und noch negativer. Es kann alles vorkommen, das kann man einfach nicht vorhersagen.

In welchen Fällen raten Sie absolut von einer Kastration ab?

Wenn der Mensch meint, dass eine Kastration das Training oder die Verhaltenstherapie ersetzen soll.

Wo finden Sie sie persönlich sinnvoll?

Das Thema ist nicht einfach zu beantworten und keiner kann vorausschauen, was eine Kastration auslösen, verbessern oder verschlechtern wird. Wenn beispielsweise ein Rüde unter Dauerstress steht, nicht mehr zur Ruhe kommt, das Fressen einstellt und leidet, sollte man sich darüber Gedanken machen, denn hier geht es dann auch um die Gesundheit. Ich habe mal einen jungen Rüden im Training begleitet, der unter Dauer-Liebesstress stand. Aufgrund seiner Ängstlichkeit wurde er nicht kastriert und eines Morgens konnte er wegen einer starken Schwellung der Prostata nicht mehr laufen. Hier ist übrigens zu erwähnen, dass die anschließende Not-Kastration die Ängstlichkeit nicht negativ beeinflusst hat! Wieder ein Beispiel dafür, dass man vieles abwägen, aber nicht voraussagen kann.

Ebenso sehe ich das auch bei einer Hündin. Es gibt Hündinnen, die sehr stark unter immer wiederkehrenden Scheinschwangerschaften leiden. Auch hier würde ich über eine Kastration nachdenken.

Was speziell das Verhalten angeht ist zu sagen, dass man immer das Ganze sehen muss.  Hat ein Hund extremen Hormonstress und steht daher die ganze Zeit unter Strom, dann ist er schwer ansprechbar und daher auch schlechter trainierbar. In diesem Fall kann eine Kastration das Ganze beeinflussen.  Denn nimmt der Hormonstress ab, wird der Hund besser ansprechbar und kann sich besser konzentrieren. Dadurch ist der Hund logischerweise wieder besser trainierbar. Aber hier gilt es wieder zu betonen: Keine Kastration löst Probleme und ersetzt auch kein Training!

Unsere Expertin

Nadine Bihn

Erfahrene Hundetrainerin und Gründerin der Hundeschule “Chico rockt” in Mannheim

Bildquelle: privat

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