Hundesharing ist im Aufwärtstrend
Dog-Sharing

Ist Liebe teilbar?

Carsharing ist sehr beliebt und hat häufig auch ansprechende Vorteile für die Nutzer: Es schont die Umwelt und man spart eine Stange Geld. Mit  Hundesharing tut sich jetzt für Tierliebhaber ein ganz neuer Trend auf: Zwei Halter teilen sich einen Hund. So ein Modell bietet sich vor allem dann an, wenn Hundebesitzer einer Arbeit nachgehen müssen und ein Zweitbesitzer übernimmt während dieser Zeit die Aufsicht und geht Gassi. Abends nach Dienstschluss ist dann wieder das Herrchen oder Frauchen zur Stelle und übernimmt ihren haarigen Liebling wieder. Der Hund ist somit den ganzen Tag über in Obhut und wird verpflegt.  Kritische Stimmen werden jetzt sofort fragen, wie soll das funktionieren, Liebe ist nicht teilbar oder etwa doch? Pfötchen regional wollte das genau wissen und hat bei Joshi Pucher dem Entwickler des Dogsharing-Portals „Hundelieb“ nachgefragt.

Der hundebegeisterte junge Mann hat 2015 mit einer Bekannten die Website platziert und vor ein paar Monaten hat das Team noch eine App für iPhone und Android entwickelt. Wie kam er auf die Idee, einen Hund „teilen zu wollen“?

Eine wertvolle Erfahrung

„Als Kind hatte meine Familie immer einen Hund. Als ich dann später mit einem Freund nach Wien zog und wir beide berufstätig waren, kam wieder der Wunsch auf, Zeit mit einem Hund verbringen zu wollen. Wir wollten uns jedoch keinen eigenen anschaffen, da wir wussten, dass dieser viel allein sein würde. Deshalb hatte ich mich gefragt, warum es eigentlich nur Seiten für bezahlte Hundesitter gibt, aber keine, bei denen man aus freien Stücken mit Hunden in der Umgebung Gassi gehen kann. So kam es damals zur Idee von Hundelieb, der ersten Dogsharing-Plattform im deutschen Sprachraum“, erinnert sich der gebürtige Wiener. Jetzt kommen auf „Hundelieb.com“ Tierbesitzer mit wenig Zeit mit Hundeliebhabern zusammen, die sich keinen eigenen Vierbeiner zulegen wollen.

Ein wahrer Aufwärtstrend

Die Idee kommt an, inzwischen freut sich das Portal über 160.000 registrierte Nutzer, gut 80 Prozent davon sind aus Deutschland. Der Rest aus Österreich und der Schweiz. Und es werden immer mehr, der Aufwärtstrend hält unvermindert an. Dabei stieß Joschi Puschl anfangs auf einige Vorurteile: „Nach anfänglicher Skepsis gegenüber Neuem – was wohl in der Natur des Menschen liegt – haben wir nun durchweg positive Erfahrungsberichte und es erreichen uns ständig Nachrichten, wie gut das gemeinsame Betreuen des Hundes mit dem gefundenen Hundefreund nun funktioniert. Anfangs hatten einige Nutzer noch Bedenken und dachten, sie könnten Hunde nicht an Fremde zum Gassigehen oder während des Urlaubs überlassen. Wenn sie aber die Profile durchgehen und lesen, warum Nutzer gerne Zeit mit einem Vierbeiner verbringen möchten und sie die Menschen dann persönlich kennenlernen und sie dadurch nicht mehr fremd sind, ändern viele ihre Meinung.“

Was bringt Dog-Sharing meinem Hund?

Einen Hund tagsüber für längere Zeit allein zu lassen, ist nicht artgerecht. Mit Dog-Sharing bekommt er zwei Herrchen oder Frauchen, die sich die Versorgung teilen. So kann der Hundebesitzer tags zur Arbeit gehen, und das Ersatz-Herrchen übernimmt während dieser Zeit die Pflege. Oder wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, findet in einer zweiten Betreuungsperson einen idealen Spaziergehpartner für den Vierbeiner.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Joschi Puschl: „Als Hundefreund, der einen Hund ausleihen möchte, sollte man natürlich tierlieb sein. Man kann angeben, ob man bereits Erfahrungen mit Hunden hat oder nicht. Dann kann der Hundehalter entscheiden, ob sein Hund auch für Neulinge geeignet ist oder nicht. Man sollte auch bereit sein, sich erstmal gemeinsam mit dem Hundehalter und dem Hund zu treffen, um zu sehen, ob die Chemie stimmt und der Hund das Ersatz-Frauchen oder -Herrchen auch annimmt. Als Hundehalter sollte man seinen Hund nur registrieren, wenn dieser zumindest sechs Monate alt ist. Unser Mindestalter für Registrierungen ist 18 Jahre. Ansonsten gibt es keine weiteren Voraussetzungen. Jeder kann sich registrieren, mit oder ohne Hund.“

Neugierig geworden? Mehr Infos gibt es unter www.hundelieb.com.

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