Hitzefalle Auto

Alle Sommer wieder und jedes Mal geht mir die Hutschnur hoch, wenn ich davon höre oder darüber lese. Stichwort: Hitzefalle Auto. Ganz ehrlich, eigentlich müsste diese wirklich dramatische Problematik inzwischen bei jedem Hundehalter angekommen sein. Doch weit gefehlt!

Alle Jahre wieder: Hitzegefahr für Hunde im Auto

Jedes Jahr sobald die Temperaturen steigen, gibt es immer wieder Hundebesitzer, die ihre Hunde im Auto lassen – leider oft mit fatalem Resultat für die armen Tiere. „In der Hitze vergessen: Polizisten retten Hund aus Auto“, solche Schlagzeilen häufen sich während der warmen Jahreszeit in den Zeitungen. Leider kommt diese Rettung oft zu spät und die Hunde verenden qualvoll im Auto. Gedankenlosigkeit oder falsche Einschätzung der Lage sind häufig die Gründe, dass es zu solchen Katastrophen kommt. Mal eben schnell einkaufen gehen, kann schreckliche Folgen haben.

Auch vermeintlich geringe Außentemperaturen gefährlich

Denn schon bei Außentemperaturen ab 20 Grad, die gar nicht so heiß erscheinen, heizt sich das Autoinnere enorm auf. Schnell kann dort die Temperatur auf bis zu 60 Grad Celsius steigen, warnte gerade wieder der ADAC. Auch bei geöffneten Wagenfenstern ist man keinesfalls auf der sicheren Seite. Eine Untersuchung des ADAC ergab, dass beispielsweise bei 28 Grad Außentemperatur fast dieselben gefährlichen Werte erreicht werden, egal, ob die Scheiben geöffnet sind oder nicht. Konkret ergab der Test: Blieben die Scheiben zu, stieg die Temperatur nach zehn Minuten auf 38 Grad und nach 20 Minuten zeigte das Thermometer 45 Grad an. Bei zwei spaltgeöffneten Scheiben stiegen die Werte nach 10 Minuten auf 36 und nach 20 Minuten auf 42 Grad. Hinzu kommt, dass Hunde nicht zum Temperaturausgleich schwitzen wie Menschen, da sie nur ein paar Schweißdrüsen an den Ballen ihrer Pfoten und am Nasenspiegel besitzen. Dadurch können sie die Wärme weniger regulieren als Menschen. Sie können die überschüssige Körperwärme nur über die Zunge abgeben. Darum hecheln unsere Vierbeiner im Sommer auch so stark.

Nur schnell einen Kaffee trinken gehen?

Auch ein Fehler, der im Sommer oft gemacht wird. Das Auto im Schatten abgestellt und eben mal mit der Bekannten einen Kaffee trinken gehen. Leider vergessen Frauchen und Herrchen dabei, dass die Sonne wandert und das Auto, das eben noch so schön im kühlen Schatten stand, vielleicht 20 Minuten später in der prallen Sonne steht. Bisher bin ich glücklicherweise noch nicht Zeuge von so einer hündischen Notsituation geworden. Sie bringt einen – aufgrund einer nicht ganz klaren Rechtslage – in die Zwickmühle.

Hund in überhitztem Auto entdeckt, was tun?

Ratschläge reichen, von den Versuchen den Besitzer ausfindig zu machen. Also, wenn ein Hund in der Hitzefalle vor dem Supermarkt entdeckt wird, den Besitzer ausrufen lassen. Wird der Halter nicht gefunden, die Polizei oder die Feuerwehr anrufen. Befindet sich der Hund in einer akuten Notsituation – darf laut Experten – die Scheibe eingeschlagen werden. Experten der Arag Versicherung schreiben in diesem Fall: Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) steht dem Tierretter mit dem Notstandsparagrafen (§ 228) zur Seite: „Wer eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, um eine durch sie drohende Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht widerrechtlich!“  

Bleibt zu hoffen, dass die Vernunft bei den Hundehaltern einzieht und sie ihre Tiere erst gar nicht in solche lebensgefährliche Situationen bringen.

Ihre Swenja Knüttel

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