Grundgehorsam auf höchstem Niveau

Stylish woman training white dog in sunny autumn woods. Cute swiss shepherd puppy learning

„Sitz, Platz, Bleib!“ können als schnöde Kommandos vermittelt werden oder mit viel Spaß und spielerisch beim Obedience. Bei dieser Sportart steht zwar der Gehorsam wie es der Name Obedience (englisch für Gehorsam) im Vordergrund, aber vor allem auch die Freude am gemeinsamen Trainieren und die Teambildung. „Bei Obedience wird in den Prüfungen nicht nur sehr viel Wert auf die korrekte Ausführung der einzelnen Übungen gelegt, sondern es soll deutlich sein, dass Mensch und Hund ein Team sind und zusammen Spaß haben.

Die Faszination an dieser Sportart ist für mich, eben dieses Team mit meinem Hund zu sein, sich die komplexen Übungen gemeinsam zu erarbeiten und die Balance zwischen Geschwindigkeit und Präzision zu finden.“

Obedience-Trainerin Sarah Zirnstein.

So funktioniert das Training:

Zunächst trainieren Halter mit ihrem Hund die Grundkommandos und sobald die Fellnase diese korrekt ausführt, kann das Mensch-Hund-Gespann mit dem Training auf Distanz starten. Die große Herausforderung ist es schließlich, den Vierbeiner nur mithilfe von Hör- und Sichtzeichen lenken. „Meistens wird das ein- bis zweimal pro Woche auf dem Hundeplatz trainiert und es gibt zusätzlich Hausaufgaben. Hund und Halter sollten Spaß an gemeinsamen Trainingseinheiten haben. Im Idealfall ist der Hund bewegungsfreudig, verspielt und für jedes Leckerli zu haben.

Welche Hunde sind für Obedience besonders gut geeignet?

Um Prüfungen laufen zu können – und in einigen Hundevereinen auch für das Training – ist eine bestandene Begleithundeprüfung Voraussetzung“, sagt Zirnstein.  Aus ihrer langjährigen Erfahrung heraus, weiß sie natürlich, welche Hunde am besten für diese Sportart geeignet sind: „Besonders geeignet sind Arbeitsrassen wie Hütehunde, Gebrauchshunde und Retriever. Aber es gibt auch bei allen anderen Rassen Hunde, die ihr Talent in Obedience zeigen. Bei unserer letzten Prüfung waren neben Border Collie, Australian Shepherd und Nova Scotia Duck Tolling Retriever auch eine französische Bulldogge und ein Dackel am Start“, so die Trainerin. Mit dem Obedience-Training können Interessierte schon im Welpenalter beginnen. Dabei sollte aber die Spielfreude im Vordergrund stehen.  Sonst könnte der Welpe schnell die Freude daran verlieren.  Deshalb sollten auch die Trainingsintervalle noch sehr kurz sein. Nach und nach kann man die Zeiten und die Ausführung der Übungen steigern.

Zirnstein, die gleichzeitig auch ausgebildete Hundephysiotherapeutin ist, verweist darauf, dass die Hunde gesund und fit sein müssen, um diesen Sport auszuüben: „Geeignet sind tatsächlich nur gesunde Hunde ohne Einschränkungen – zumindest, wenn man alle Übungen ausführen möchte. Hat der Hund Einschränkungen, muss das unbedingt im Training berücksichtig werden.“

Rallye Obedience als Sportart

Wer sich für diese Beschäftigung mit seinem Tier interessiert, stolpert früher oder später über die Sportart Rallye Obedience. Für Laien ist das sehr verwirrend. Deshalb die Frage an die Fachfrau. Handelt es sich dabei um zwei gleiche Sportarten? „Nein, auf keinen Fall! Eigentlich ist nur der Name gleich und der große Anteil an Fußarbeit. Beim Rally Obedience wird ein Parcours abgelaufen, bei dem Schilder auf dem Boden den Weg und die einzelnen Übungen anzeigen. Es gibt Übungen wie Slalom laufen, Futter- und/oder Spielzeugablenkung, Sitz/Platz/Steh Wechsel, Drehungen in alle Richtungen – der Hund bleibt aber fast die ganze Zeit direkt bei seinem Menschen. Beim Obedience gibt es Übungen wie das Umrunden einer Pylone, verschiedene Apportierübungen, das Voraus senden in eine Box oder Geruchsunterscheidung. Der Hund arbeitet hier oft über größere Distanzen, aber auch, wie zum Bespiel bei der Fußarbeit, direkt bei seinem Menschen.“, klärt die Trainerin auf.

Woher kommt Obedience?

Obedience, oft auch als die „Hohe Schule“ des Hundesports bezeichnet, kommt wie Agiltiy auch aus  England. Vor fast einem Jahrhundert wurde es im Rahmen der Vielseitigkeitsprüfungen erfunden. Erst seit 1951 gilt Obedience aber als anerkannte Sportart für den Hund. Es gibt vier verschiedene Klassen: Die Beginnerklasse sowie die Klassen eins, zwei und drei. In jeder Leistungsstufe gibt es jeweils zehn Übungen, die nacheinander fehlerfrei ausgeführt werden müssen. Darunter sind Apportieren, Eigenidentifikation, Positionswechsel und Wesensfestigkeit.

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