Neuer Ernährungsratgeber mit wertvollen Tipps und Rezepten

Foto: Kosmos Verlag

Mit der richtigen Ernährung – Entzündungen vermeiden oder mildern

Ohrenentzündung, Durchfall oder Juckreiz – zahlreiche Hunde leiden darunter. Kaum einer weiß jedoch, für diese Symptome können stressbedingte Faktoren ausschlaggebend sein. Dr. med. vet. Charlotte Kolodzey, Tierärztin und Hunde-Ernährungsspezialistin, hat jetzt einen Ratgeber mit dem Titel „Gesund füttern – Entzündungen vorbeugen“ veröffentlicht und zeigt darin, wie tägliche Fütterung mit den richtigen Zutaten und die Entzündungsgeschehen im Körper positiv beeinflussen können. Pfötchen regional hat sich mit der Buchautorin über ihren neuen Ratgeber unterhalten.

Wie kamen Sie auf die Idee, so ein Buch zu schreiben? Gab es einen bestimmten Anlass?

Gesundheit ist mehr als nur die Abwesenheit von sichtbarer Krankheit. Als Tierärztin ist es mir eine Herzensangelegenheit, nicht nur Symptome des Tieres zu bessern, sondern den gesamten Organismus positiv zu unterstützen und damit die Gesundheit bewusst zu fördern. Leider leiden viele Hunde unter Erkrankungen, die eine große Gemeinsamkeit haben – nämlich die Entzündung. Seien es Allergien oder ein chronisch entzündeter Darm, der Prozess im Körper ist auf ein hochreguliertes Immunsystem und damit die Entzündung zurückzuführen. Hier setzte ich bereits seit Jahren mit meiner speziellen antientzündlichen Fütterung an. Mein Wunsch war und ist es, mehr Tieren langfristig zu helfen. Über Vorträge schaffe ich eine größere Wahrnehmung, gefehlt hat noch ein Buch hierzu. Mein Buch soll dem interessierten Tierhalter nicht nur als Einstieg dienen und Interesse an dieser wunderbaren Methode wecken, sondern enthält auch viele praktische Tipps. Und das Beste ist: Es ist im Grunde sehr einfach, seinem Tier tagtäglich eine antientzündliche Fütterung zu bieten.

Ist das Buch vorrangig auf Rohfütterung ausgelegt oder können auch Trocken- oder Nassfutter mit entzündungshemmenden Zusätzen aufgepeppt werden?

Von der antientzündlichen Fütterung profitiert jeder Hund, egal welche Fütterungsmethode zuhause angewandt wird. Wird das Futter selbst zusammengestellt, kann bereits bei den Grundzutaten im Napf darauf geachtet werden, Entzündungen zu reduzieren und dafür beispielsweise ein hochwertiges, Omega-3 haltiges Öl zu verwenden. Aber auch Fertigfutter kann durch antientzündliche Zutaten aufgewertet werden. Nur können Sie beim Fertigfutter nicht einzelne kritische Zutaten herausnehmen, die entzündungsfördernd sein könnten, wie beispielsweise Zucker. Diese Option haben Sie nur beim hausgemachten Futter.

Inwieweit beeinflusst Stress entzündliche Vorgänge? 

Wir wissen, dass emotionaler Stress Entzündungen im Körper verursachen kann, ganz ähnlich einer Infektion mit Bakterien oder Viren. Stress aktiviert das Immunsystem. Problematisch wird es, wenn der Stress von außen zu einem Dauerangriffsmodus des Immunsystems führt und damit zu einer chronischen Entzündung beiträgt.

Wie hilft ihr Buch dabei, den Stress zu reduzieren?

Ein Hund mit emotionalem Stress, der durch äußere Faktoren ausgelöst wird, benötigt idealerweise veränderte Rahmenbedingungen. Dies ist nicht immer möglich. Wir können jedoch über die Fütterung sehr wohl die Wirkung des Stresses im Körper abschwächen. Denn der vorher genannte Angriffsmodus, also die Aktivierung des Immunsystems in einen entzündlichen Zustand, kann über die Fütterung gemildert werden. Wir können über die Fütterung gezielt antientzündliche Impulse setzen.

Wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und der Hund schon unter einer oder mehreren Entzündungen leidet, kann das richtige Futter noch etwas bewirken?

Gerade diese Hunde sollten antientzündlich unterstützt werden! Seien es Hautentzündungen, Darmentzündungen mit Durchfall oder morgendlichem Erbrechen, Gelenksentzündungen und all die anderen entzündlichen Beschwerden, die unsere Haustiere belasten: Die antientzündliche Fütterung wende ich nicht nur zur Prophylaxe sondern auch tagtäglich bei der Ernährungsberatung kranker Hunde an.

Was mache ich, wenn mein Hund keinen Smoothie mag, gibt es leckere Alternativen?

Im Buch werden viele praktische Möglichkeiten aufgezählt, wie sich die antientzündliche Fütterung einfach durchführen lässt. Sei es als präbiotische Fasern zur Unterstützung der Darmflora, Weglassen entzündungsfördernder Kauartikel oder Tipps zur Auswahl eines hochwertigen Öls. Auch die natürlichen Kräfte der sekundären Pflanzenstoffe in Gemüse und Obst werden mit Beispielen für die tägliche Fütterung benannt. Ein Kapitel des Buches zeigt Smoothie Rezepte, die man ergänzend zum Grundfutter geben kann. Auch wenn man kein Smoothiefan ist, finden sich im Buch viele Anregungen, seinen besten Freund täglich antientzündlich zu unterstützen.

Können auch schon Welpen so gefüttert werden?

Mit der Auswahl gezielt antientzündlicher Zutaten kann jeder Hund in jedem Alter und Lebensabschnitt gesundheitlich und antientzündlich unterstützt werden.

Ab wann stellen Hundehalter eine Veränderung / Wirkung fest?

Das kommt darauf an, wie stark die Erkrankung bereits ausgeprägt ist, d.h. wie stark das Entzündungsfeuer im Körper brennt, das es zu löschen gilt. Je konsequenter die Fütterung antientzündlich umgesetzt wird, desto eher werden positive Veränderungen wahrgenommen. Wichtig bleibt, nicht nur ein paar antientzündliche Zutaten hinzuzugeben, ich nenne sie im Buch Brandlöscher, sondern auch die ungünstigen Zutaten zu meiden, die Brandbeschleuniger sind. Nur in der Kombination kann das beste Ergebnis erzielt werden. In diesem Fall berichten meine Patientenbesitzer bereits nach wenigen Wochen von positiven Erlebnissen.

Unsere Expertin

Dr. med. vet. Charlotte Kolodzey,
Tierärztin und Hunde-Ernährungsspezialistin

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