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Süß klein und flauschig – so sind sie, die Hundewelpen, wenn sie das erste Mal durch die Haustür spazieren und es sich auf dem Sofa und in unseren Herzen gemütlich machen. Der beste Freund des Menschen und ein wunderbarer Begleiter für heranwachsende Kinder, so denken es sich die meisten, wenn sie sich für den Kauf eines Welpen entscheiden. Doch diese Entscheidung ist wesentlich größer, als oftmals gedacht und bringt eine Menge Verantwortung mit sich. Daher sollte man sich gut überlegen, ob man bereit ist, diesen Schritt zu gehen, denn es handelt sich um eine langfristige Verpflichtung.

„Ich sollte mir keinen Hund anschaffen, wenn ich keine Zeit habe, 15 Jahre regelmäßig mit dem Hund bei Wind und Wetter rauszugehen. Hunde können krank werden und dadurch sehr hohe Kosten beim Tierarzt verursachen, und auch in eine Hundeschule muss ich investieren. Ich muss diese Kosten tragen können“,

erklärt Hundeexpertin Manuela Habermann:

„Mittlerweile bieten viele Hundeschulen kostenlose Beratungen vor dem Hundekauf an, die bei der Entscheidung helfen können, den passenden Hund für sich zu finden. Leider wird dieser Service nur selten genutzt.“ Und oftmals sind es diese Hunde, die letzten Endes zurück ins Tierheim gebracht oder sogar einfach ausgesetzt werden. Im Tierheim oder beim Hundezüchter sollte dann auch der neue Vierbeiner erstanden werden. Niemals darf man einen Hund aus einem Kofferraum oder gar per Internetbestellung kaufen, denn Tiere von diesen illegalen sogenannten „Vermehrern“ leiden unter gesundheitlichen und sozialen Defiziten, und das darf nicht unterstützt werden, egal, ob einem die Tiere leidtun. „Ein Hund beim guten Züchter kostet vielleicht etwas mehr Geld, was viele nicht bezahlen möchten, doch die folgenden Tierarztkosten bei einem unseriösen Verkäufer sind nicht zu unterschätzen und übersteigen die Anschaffungskosten bei weitem“, stellt Habermann klar.

Damit der Welpe sich auch wohl in seinem neuem Zuhause fühlt, muss sein Mensch einige Vorkehrungen treffen. Das Wichtigste – sich Zeit nehmen. Am besten nimmt man sich die ersten Wochen Urlaub, damit der kleine Vierbeiner sein neues Herrchen und die Umgebung richtig kennen lernen und sich einleben kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt, besonders, wenn man Familie hat, ist, zu testen, ob jemand allergisch reagiert, denn das ist ein Ausschlusskriterium. Zudem ist es angebracht, Verhaltensregeln festzulegen. „Man sollte mit allen Familienmitgliedern besprechen, was der Hund darf und was nicht und diese Regeln einhalten“, rät Habermann. Aus diesem Grund sollte man dauerhaft jemanden haben, der auf den Neuankömmling aufpasst, wenn man mal ohne Hund in den Urlaub fährt. „Wichtig ist auch, dass die Welpen zu Beginn bei uns schlafen können und nicht separiert werden, denn sie brauchen uns gerade am Anfang und viele Welpen bekommen richtig Panik wenn sie in diesem Alter irgendwo alleine sind“, ergänzt Habermann.

Worauf auch unbedingt geachtet werden sollte – diesmal eher zum Wohle des Menschen –  ist, das Haus welpensicher zu machen. „Was mir wichtig und teuer ist, sollte ich vorübergehend wegräumen. Auch Kabel werden durchaus mal gerne durchgenagt“, rät Habermann. Demnach hilft es auch hier, dem Hund nett und konsequent die Regeln seines neuen Heims beizubringen, damit der Umgang von Anfang an entspannt und liebevoll ist. Fehlervermeidung vom ersten Tag an.

Außerdem benötigt der Neuankömmling eine Ruhezone, damit er sich auch malzurückziehen kann. Hier gilt: „Hunde werden in unser Leben geholt und haben erstmal gar keine Ahnung, was sie tun sollen und was nicht. Sie kommen vielleicht aus dem Tierschutz, haben bisher auf der Straße gelebt und sind es gar nicht gewohnt, dass sie nun vier Wände begrenzen. Daher ist es enorm wichtig, dem Hund fair und nett das Leben bei uns beizubringen“, erklärt die Mannheimer Hundetrainerin Nadine Bihn. Dazu gehört, ihn erstmal in Ruhe ankommen zu lassen, nicht zuviel zu erwarten und unseren neuen besten Freund nicht gleich zu überfordern – eins nach dem anderen. Hundetrainerin Bihn empfiehlt: „Man macht einen Mix aus Management und Training. Das heißt, man legt den Fokus auf das gute und erwünschte Verhalten und belohnt dies, dann lernt der Hund schnell, was wir gut finden und wird das erwünschte Verhalten immer öfter zeigen. So weiß er, was er tun soll, der Menschfokussiert sich auf die Erfolge und der Weg zu einer guten Beziehung wird geebnet.“ Dass man das alles auch anwenden muss und kann, wenn nicht ein kleiner, frischer Welpe, sondern ein älterer Hund unser Zuhause und unser Leben bereichern, ist gar nicht so selbstverständlich. Denn ein älterer Hund hat bereits eine Vorgeschichte. Ob diese positiv oder negativ zu seiner Entwicklung beigetragen hat, beeinflusst dann natürlich sein Verhalten. Die Herkunft eines älteren Hundes ist sehr wichtig, denn es macht einen großen Unterschied, ob der Hund gut behütet aus einer anderen Familie umzieht oder aus dem Tierschutz kommt, womöglich bisher kein schönes Leben hatte und daher gewisse Defizite mitbringt. Die Experten empfehlen, den Hund vorher ein paar Mal zu besuchen und mit ihm Gassi zu gehen, um sich gegenseitig zu beschnuppern. Denn trotz fortgeschrittenen Alters kann ein Hund noch viel lernen. „Hunde lernen immer und das bis zum Lebensende. Ein junger, unbedarfter Hund ist neugierig und lernt etwas schneller, aber auch ältere Hunde lernen immer Neues dazu“, weiß Nadine Bihn und Manuela Habermann stimmt zu: „Auch ältere Hunde haben noch richtig Spaß am Lernen.“

Von Mira Ziegler