Der Trick mit dem Click

Das Clickertraining ist eine positive Möglichkeit Hunden etwas beizubringen. Nadine Bihn, Inhaberin einer Mannheimer Hundeschule, arbeitet schon seit 2006 mit dem Clicker. Im Gespräch mit Pfötchen regional gibt sie Einblicke in ihre jahrelange Erfahrung.

Seit wann arbeiten Sie mit dem Clicker?

Ich selbst kenne den Clicker schon seit ich Hunde habe, also seit 2006. Allerdings waren meine persönlichen Schritte etwas holprig, bis ich den Weg zum positiven Hundetraining gefunden habe. So richtig habe ich mit dem Clickertraining mit meinem Labrador Chico im Jahre 2009 begonnen. Das Clickertraining wird auch in meiner Hundeschule seit dem ersten Tag eingesetzt, seit dem 1. April 2011.

Ist es bei allen Hunden anwendbar?

Ja klar, das Lernverhalten ist bei allen Hunden gleich. Der einzige Unterschied ist, dass man die passende Belohnung für den Hund individuell auswählen muss.

Was ist das Besondere am Clickern?

Clickern bringt nur Vorteile. Man hat ein super Timing, durch das die Hunde auch verstehen, für was sie belohnt werden. Denn der Clicker kündigt Belohnungen an und überbrückt somit die Zeit bis zur eigentlichen Belohnung. Man fokussiert sich auf das Verstärken von gutem Verhalten und die Hunde lernen ganz schnell, was wir gut finden und werden das immer öfter zeigen.

Auf was muss man achten?

Wichtig ist, dass man weiß, was man verstärken möchte und dies gezielt einsetzt. Ebenso wichtig ist, dass die Belohnung passend für den jeweiligen Hund und die Situation ist. Der Clicker an sich ist keine Belohnung, er kündigt diese lediglich an. Heißt, nach dem Click erfolgt auch immer eine Belohnung. Welche das sein wird, ist abhängig von Hund und Motivation. Im erfolgreichen positiven Hundetraining ist es sehr wichtig, funktionelle Verstärker einzusetzen. Denn nur so wird der Hund das erwünschte Verhalten auch häufiger zeigen. Wenn die Belohnung nicht passend ist, können wir so viel belohnen, wie wir wollen, es wird nicht zum Erfolg führen. Das ist eine Herausforderung beim positiven Hundetraining, denn man muss sich mit den Bedürfnissen seines Hundes auseinandersetzen, diese annehmen und in die Belohnungen integrieren.

Wo können Fehler gemacht werden?

Wenn der Clicker missbraucht wird als Aufmerksamkeitssignal, ist das nicht korrekt und wird dazu führen, dass der Hund Dinge zeigt, die man eigentlich nicht verstärken wollte. Ein anderer Fehler ist, dass die Belohnungen ausgelassen werden. Der Clicker ist Versprechen auf Belohnung und dieses muss eingehalten werden. Wie oben schon erwähnt, werden die Belohnungen variiert und angepasst.

Welche Vorteile hat das Clickern gegenüber anderen „Erziehungsmethoden”?

Ein sehr großer Vorteil ist, dass der Mensch sich auf das erwünschte Verhalten fokussiert und somit den Hund nicht in den Fehler laufen lässt, wie das im strafbasierten Training der Fall ist.

Wo ist Clickern nicht einsetzbar?

Wenn man Entspannung trainieren möchte. Denn der Click kündigt eine Belohnung an, es wird Dopamin freigesetzt und somit steigt die Erwartungshaltung, was das Gegenteil von Entspannung ist.

Welche Erfolge haben Sie mit dem Clickertraining schon erreicht?

Ich setze den Clicker für sämtliche Alltagsaufgaben ein und auch sehr erfolgreich in der Verhaltenstherapie. Das Clickertraining bringt so viele Vorteile mit, sodass es – korrekt ein- und umgesetzt- im positiven Hundetraining nicht fehlen sollte.

Unsere Expertin

Nadine Bihn
Erfahrene Hundetrainerin und Gründerin der Hundeschule „Chico rockt“.

Bildquelle: chico-rockt.de

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