Der neueste Trend: Insektenfutter für Hunde

Insektenfutter

Die Lösung für Allergikerhunde?

Da würde sich am liebsten so mancher Grashüpfer ganz schnell vom Acker machen und so mancher Hundehalter verliert den Durchblick im  Futterdschungel. Denn die Angebotspalette wird immer größer und immer ausgefallener. Einer der neuesten Trends im Hundefuttersegment ist Insektenfutter. Das soll sehr proteinhaltig und vor allem für allergische Vierbeiner geeignet sein. Pfötchen regional hat mit Bettina Schmitt, einer zertifizierter Ernährungsberaterin nach Swanie Simon, über den neuen Hype rund ums Insektenfutter gesprochen.

Pfötchen: Der Hundefutter-Markt wird immer exotischer. Neben Strauß, Alligator und Co wird immer häufiger Futter aus Insekten angeboten. Warum ist das so?

Bettina Schmitt: Dafür gibt es wohl mehrere Gründe. Zum einen liegt es wohl in der Natur der Dinge, dass die Hersteller von Tiernahrung  immer wieder etwas Neues auf den Markt bringen möchten. Zum anderen gibt es durchaus Hunde, die auf nahezu alle Fleischsorten allergisch reagieren und für die diese neue Proteinquelle ein echter Segen sein kann.

Pfötchen: Worin liegt der Vorteil von Insektenfutter?

Bettina Schmitt:  Das Insektenprotein ist den Hunden unbekannt. Das verringert die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion deutlich.

Pfötchen: Mit dem hohen Proteingehalt wird häufig geworben. Ist das gut für Hunde?

Bettina Schmitt:  Proteine sind ein extrem wichtiger Bestandteil der Ernährung. Sowohl für Hunde und Katzen als natürlich auch für uns Menschen. Allerdings ist der Organismus des Hundes darauf ausgelegt, seine Energie nicht hauptsächlich über Protein, sondern über den Fettanteil in der Nahrung zu generieren. Auch wird oft darauf hingewiesen, dass dafür keine Massentierhaltung benötigt wird. Deshalb auch kein Antibiotika und so weiter das Futter belastet. Das klingt doch alles ganz gut oder doch nicht? Sicherlich ist das ein ganz großer Pluspunkt. Ob auf großen Insektenfarmen dann tatsächlich gänzlich ohne den Einsatz von zum Beispiel Fungiziden gearbeitet werden kann, muss man zumindest hinterfragen.

Pfötchen: Worin liegen die Nachteile?

Bettina Schmitt:  Insekten gehören nicht zur natürlichen Ernährung des Hundes. Das erklärt, warum bei allen Sorten von Insektenfutter, die ich mir im Vorfeld genauer angesehen habe, mit enorm vielen Zusätzen gearbeitet werden muss. Nur so kann scheinbar ein vollwertiges und bedarfsdeckendes Futter hergestellt werden. Viele Zusätze bergen wiederum viele Risiken, mit einer Unverträglichkeit oder Allergie zu reagieren.

Pfötchen: Was sagt die zertifizierte Ernährungsberaterin zu diesem Trend?

Bettina Schmitt:  Die Ernährungsberaterin begrüßt natürlich die zusätzliche Proteinquelle als Chance, zum Beispiel extrem allergische  Hunde versorgen zu können. Die BARF-Beraterin in mir sieht das etwas differenzierter. Insekten gehören für Hunde nicht in die Kategorie ‚biologisch artgerecht‘. Ich rate meinen Kunden, eben nicht alle irgendwie verfügbaren Fleischsorten zu verfüttern. Mit zwei bis drei verschiedenen verfütterten Proteinquellen sind unsere Hunde mit einer ausreichenden Breite an Aminosäuren versorgt.  Natürlich ist es nur zu menschlich,  dass wir unsere vierbeinigen Lieblinge auch mal verwöhnen und für Abwechslung im Napf sorgen möchten. Daher meine Empfehlung, sich schon beim Einzug des neuen Familienmitglieds mindestens drei gut verfügbaren Fleischsorten zu ‚reservieren‘ , um auch beim Auftreten von Allergien noch genügend artgerechte Reserven zu haben.

*Bettina Schmitt hat das Thema mit Unterstützung ihrer Mitarbeiterin Heike Lieber recherchiert.

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