Der gesunde Sommerspaß: Stand Up Paddling mit Hund

Spaziergang auf dem Wasser

Eine Sportart erobert immer mehr die Gewässer in der Region: das Stand Up Paddling (SUP). Überall sind Menschen auf Brettern zu sehen, die stehend über das Wasser gleiten. Schon beim Zusehen erwacht das Freizeitfeeling. Und was verbringen Hundehalter am liebsten mit ihren Vierbeiner? Ganz richtig, ihre Freizeit. Also liegt es sehr nahe, den besten haarigen Freund mit aufs Board zu nehmen. Jemand, der nicht nur weiß wie das geht, sondern auch in ihren Kursen zeigt, wie man alles richtig macht, ist Julia Buntrock. Die Hundephysiotherapeutin aus Haßloch geht sogar noch weiter und nutzt den SUP-Unterricht, um Hundehaltern auf der Kollerinsel zu zeigen wie auf dem Brett gezielt die Muskulatur von Hunden gestärkt wird.

Wie kamen Sie auf die Idee für den Unterricht?

Julia Buntrock: Als Human- und Hundephysiotherapeutin bin ich stets darauf bedacht auf die eigene Gesundheit und die meines Hundes zu achten. Doch von nichts kommt nichts. Bewegung und Training hält uns und unsere Fellnasen fit. Als aktiver Mensch und zudem Besitzer eines bewegungsfreudigen Rhodesian Ridgebacks bewältigen wir gemeinsam unser persönliches Workout für Mensch und Hund auf unseren täglichen Spaziergängen. Mich und meine Hündin zieht es an heißen Tagen zum Abkühlen gerne an einen See ins kühle Nass. Die hohen Temperaturen im Sommer machen besonders unseren Vierbeinern zu schaffen und so entschloss ich mich dazu, unser persönliches Training im Sommer ins und aufs Wasser zu verlagern. Somit entdeckte ich für mich und meine Hündin das Stand Up Paddling als schöne Ergänzung zu unserem täglichen Gassi-Workout. Schnell wuchs in mir der Wunsch, dieses wunderbare Training, das gleichzeitig viel Abwechslung und Spaß bietet, für die Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Wie ist die Resonanz?

Julia Buntrock: Das SUP mit Hund erfreut sich großer Beliebtheit. Gerade Hundebesitzer, deren Hunde regelmäßig mit mir ein physiotherapeutisches Bewegungs- und Trainingsprogramm absolvieren, nutzen dieses Angebot sehr gerne, um ihren Hunden zusätzlich zur Trainingseinheit eine schöne Abkühlung bieten zu können. Sind Herrchen und Frauchen dann ebenfalls ambitioniert, können Mensch und Hund gemeinsam auf dem Board Übungen machen und mit hohem Spaßfaktor trainieren. Dabei kann der Fokus auch einfach nur auf einem schönen Erlebnis mit dem Hund liegen. Gerade in der jetzigen Pandemiezeit sind die Menschen umso dankbarer um einen Tag Abwechslung, der sich wie ein Stück Urlaub anfühlt.

Warum ist SUP so gut für Hunde? / Welche Muskeln werden beim Hund trainiert?

Julia Buntrock: Während der gesamten Fahrt auf dem Wasser wird durch das Balancehalten auf der wackeligen Wasseroberfläche besonders der gelenkstabilisierende Sehnen- und Bandapparat und die reflektorisch arbeitende Tiefenmuskulatur trainiert, die eine große Bedeutung für die komplette Wirbelsäulenstabilisation besitzt. Die Hunde dürfen sich beim SUP völlig frei entfalten, ihre Lieblingsposition einnehmen und den etwas anderen ‚Spaziergang auf dem Wasser‘ genießen und registrieren dabei kaum, dass sie gerade ein Ganzkörpertraining ausüben.

Ist SUP für alle Hunde geeignet?

Julia Buntrock: Im Erstgespräch wird individuell geklärt, ob und in welcher Ausführung das SUP für den jeweiligen Hund in Frage kommt. Es wird u.a. darauf eingegangen, ob es eventuelle oder aktuelle Probleme, oder Vor-bzw. Nebenerkrankungen bei dem Hund gibt.

Welpen und ängstliche Hunde werden beispielsweise über ein SUP Trockentraining langsam und behutsam an das Board herangeführt und an das Wackeln gewöhnt, bevor es letztendlich dann aufs Wasser geht. Die Hunde lernen mit ihrem Besitzer an der Seite Ängste vor unbekannten Situationen zu überwinden (wie das SUP Board als neuen wackeligen Untergrund unter den Pfoten), über sich hinauszuwachsen und dadurch mehr an Selbstsicherheit zu gewinnen. Wie viele Trockentrainingseinheiten benötigt werden, ist von Hund zu Hund verschieden und erfolgt im eigenen Lern- und Wohlfühltempo des Hundes.

Aufgeschlossene Hunde benötigen ein solches Trockentraining nicht und begeben sich im sogenannten SUP-Beginnertraining mit ausreichend positiver Futtermotivation direkt beim ersten Termin mit dem Besitzer aufs Board. Das gemeinsame Paddeln und Absolvieren von Übungen festigt darüber hinaus Vertrauen und Bindung. Wasserscheuen Hunden wird ein SUP Training zugesichert, das die Pfoten trocken lässt und die Hunde die Fahrt auf dem Wasser genießen können.

SUP vor oder nach dem Fressen?

Julia Buntrock: Wie bei jeder anderen Aktivität, gilt auch fürs SUP: nach dem Fressen eine Ruhephase von ca. 1,5 bis 2 Stunden einzuhalten.

Ist eine Schwimmweste empfehlenswert?

Julia Buntrock: Für Hunde, die nie ‚richtig schwimmen‘ gelernt haben, ist eine Schwimmweste obligatorisch.  Auch für erfahrene Schwimmer erleichtert eine Schwimmweste das Raufholen des Hundes vom Wasser zurück aufs Board und ist auf fließenden Gewässern absolut notwendig. Sitzt das korrekte Handling des Besitzers, kann der Hund auf ruhigem Gewässer auf eine Schwimmweste verzichten und über ein normales Brustgeschirr aufs Board gezogen werden.

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